
Dieser Beitrag beabsichtigt eine kritische Auseinandersetzung mit anti-genderistischen Darstellungen von queer-christlichen Gottesdiensten anhand einer Analyse von Social Media Daten und diskursethnographischer Feldforschung. Diesbezüglich wird eingangs mit Bezug auf aktuelle Forschungsliteratur das Konzept des ›Anti-Genderismus‹ erörtert und auf kirchenpolitische Kontexte bezogen. Für die Analyse der Social Media Beiträge werden vier YouTube-Videos zu queer-christlichen Gottesdiensten sowie deren Kommentare hinsichtlich der konzeptuellen Verbindung religiöser und anti-genderistischer Argumente untersucht. Das hierbei herausgearbeitete Bild wird daran anschließend mit Ergebnissen einer diskursethnographischen Feldstudie zu Queer-Gottesdiensten kontrastiert. Die zentrale These des Aufsatzes ist hierbei, dass die anti-genderistische Kritik an queer-christlichen Gottesdiensten als eine Form der delegitimierenden Politisierung begriffen werden kann, die in ihrer eigenen Diskurslogik die Lebensrealität der betroffenen Akteur*innen ausblenden muss.
In Forschungsgruppe Diskursmonitor (eds.), Politisierung des Alltags. Strategische Kommunikation in öffentlichen Diskursen. Siegen: Universitätsverlag.
ISBN: 978-3-96182-178-5