
Wer erzählt den Osten – und wessen Perspektiven prägen bis heute unser Bild von Ostdeutschland? Die Geschichte der deutschen Einheit wurde lange vor allem als Ost-West-Erzählung verhandelt. Andere Machtverhältnisse wie Rassismus, Antisemitismus oder Sexismus blieben dabei oft ausgeblendet. Die Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte, Schwarzen Ostdeutschen, den Kindern ehemaliger Vertragsarbeiter*innen und anderen marginalisierten Gruppen fanden nur selten Eingang in die öffentliche Erinnerung.
Mit Nhi Le, Katharina Warda und Marieke Reimann kommen drei prägende Stimmen der ostdeutschen Nachwendegeneration zusammen, die diese Erzählungen erweitern und neu zusammensetzen. Sie sprechen über Ostdeutschland als pluralen Erfahrungsraum – geprägt von Transformation, rechtsextremer und rassistischer Gewalt, aber auch von Solidarität, demokratischem Engagement und Widerständigkeit.
Moderation: Klaas Anders
Gemeinsam diskutieren wir, welche Leerstellen die Debatten über Ostdeutschland bis heute prägen, wie sich der Blick auf die Nachwendezeit verändert, wenn bislang marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt rücken, und welche Erzählungen eine plurale, solidarische Gesellschaft heute braucht – nach der Einheit und nach den Wahlen.
Im Rahmen des globale°-Festivals und Begleitprogramms zu den Ausstellungen „So wie wir sind“ in der Weserburg Museum für moderne Kunst und „The Kids Are Not Alright“ im Syker Vorwerk.
Eine Kooperation von globale°, Weserburg Museum für moderne Kunst, GRK 2686 Contradiction Studies, Syker Vorwerk, Arbeitnehmerkammer Bremen, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, und Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen. Unterstützt vom Demokratiezentrum Bremen.
Eintritt frei
Ort: Weserburg. Museum für moderne Kunst | Hans Otte. Klanghaus